Der Blick in die Hölle : Leuchtsterne in Nahaufnahme
Die Forschung an pyrogenem Material ist aufgrund der hohen Temperaturen und der gewaltigen Lichtleistungen sehr aufwendig, insbesondere, wenn Umgebungsbedingungen wie freier Fall oder rasche Fortbewegung mit hohen Geschwindigkeiten simuliert werden. Die unten gezeigten Studien wurden im stationären Abbrand gemacht, der Abstand des Sockels, auf dem die Sterne gezündet wurden bis zum oberen Bildrand beträgt ungefähr 30cm. Die entstehenden Abgase und Rauch wurden von einer Turbine hinter der Flamme abgesaugt. Optional können aus beliebigen Richtungen Luft oder Luft/Stickstoffgemische mit bis zu 200bar in die Flamme geblasen werden. Die Verbrennungtemperatur dieser Sterne betrug 2100°C-2500°C, also fast der halben Oberflächentemperatur der Sonne. Die Sterne waren allesamt Zylinder mit 1,4cm Durchmesser und 1,8cm Länge.
Mit einem teilverspiegeletem Rasterlochgitter wurde die Intensität auf die verwendete elektronische Kamera angeglichen, mit dem gleichen Filter lassen sich diese Flammen auch mit dem Auge beobachten. Das besondere an dem verwandten Filter ist seine gleichmäßige Durchlässigkeit im sichtbaren Spektrum, was die Auswertung erheblich vereinfacht. Die pysikalischen Parameter wie Lichtleistung und Frequenzverteilung des Lichtes lassen sich so räumlich aufgelöst wie total leicht entnehmen. Allerdings darf das Licht hier nicht nur als elektromagnetisches Wellenbündel betrachtet werden. Das Auge nimmt nämlich nicht nur Intensität und Farbanteil, also beispielsweise grün oder rot wahr, sondern die gesammte Verteilung über das Spektrum. Beispielsweise kann ein grüner Stern mit einem geringen Rot- oder Gelbanteil dem Auge schöner vorkommen, als ein Stern mit einem rein grünen Spektrum.
Dies hat biologische Gründe der Farbwahrnehmung, inbesondere im grünen Bereich. Dieser war über Jahrmillionen für die Identifizierung von Blättern und Pflanzen als Nahrungsmittel wichtig.
Die Vorgehensweise ist also eine Vorauswahl der Formel aufgrund pysikalischer Parameter und Entscheidung nach Augenmaß. Deshalb ist die Pyrotechnik, auch heute noch, eine quasi-empirische Wissenschaft mit unmittelbarer Nähe zur Kunst. Der Feuerwerker, ob nun der Hersteller oder Anwender, muß wissen was "schön" ist, also den Leuten gefällt und in der Schau zu den "aaahhhs" und "ooohhhs" führt.